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geschichte_10 2016-11-05T09:48:46+00:00

(Ge)Wichtige Erfahrungen mit dem Abnehmen

Ich hatte eine dicke Kindheit. Meine Oma putzte in einer Schokoladenfabrik und brachte die Schokolade beutelweise nach Hause. Und ich hatte eine sehr unglückliche Teenagerzeit, in der ich viel Spott kombiniert mit hässlichen Spitznamen aufgrund meines Gewichtes ertragen musste. Ich fühlte mich sehr einsam. Der Tiefpunkt: 73 Kilo Kleidergröße 46 mit 16 Jahren. Schicke Klamotten gab es nur, wenn die Mama sie nähte. Nach einem Schulwechsel kam ich auf das ernährungswissenschaftliche Gymnasium. Seit einiger Zeit ging ich regelmäßig in den Jugendkreis und Gottesdienst, wo ich meinen heutigen Mann kennenlernte. Endlich stand in diesen Runden nicht mehr mein Gewicht im Vordergrund. Man nahm mich so, wie ich war – eine enorme Entlastung!! Das Wissen und die Auseinandersetzung mit unserer Ernährung, das Angenommensein in unseren fröhlichen Runden, einen Mann, der mich zum Tanzen und Radfahren animierte und eine Freundin, die mich zum Schwimmen mitnahm, ermöglichten unbewusst die Gewichtsabnahme von 15 kg!! Ich war plötzlich mit 18 eine hübsche, junge Frau mit Kleidergröße 38.

Von diesen 15 Kilos hielt ich 10kg 10 Jahre lang bis zum ersten Kind. Kontrollierte Ernährung, tägliches Wiegen, Tanzen, Schwimmen, Radfahren und Reiten hielten mich fit. Als die Familienplanung anstand, passierte, was ich leider schon befürchtet hatte: Ich habe zwei wunderbare Söhne bekommen (mittlerweile 14 und 20 Jahre alt), die mir aber 10 Kilo sehr anhängliches Übergewicht beschert hatten, da hungern in den Schwangerschaften nicht erträglich möglich war.

Alleine Abnehmen klappte nicht. Alleine zunehmen schon.

Ein einziger Diätversuch innerhalb eines Kurses mit Bewegung und Coaching brachte vor 10 Jahren zwar ein paar Kilo weniger, verlor sich aber in der Epilepsieerkrankung unseres jüngsten Kindes….Ein Supergau!

Vor etwa 2 Jahren kaufte ich an einem Büchertisch unserer Kirche das Lebe-Leichter-Buch. Abnehmen auf christliche Art mit meinem Gott – das sprach mich an. Bald darauf bot Krisztina Willi in unserer Gemeinde in Durlach Aue den ersten Lebe-leichter-Kurs an, den ich bedauerte nicht antreten zu können, weil Gott mir alle Türen für ein Jahr Vollzeitmeisterschule öffnete.

In der Meisterschule nahm ich wieder zu: Viel Sitzen, eine stressige 60 Stunden-Lernwoche mit Pendeln nach Stuttgart, dazu überall Essen – selbst in den Bahnhöfen riecht es nach Laugengebäck – die überall frei angebotenen Süßigkeiten, abends das wichtige, gemeinsame, warme und schnell zubereitete Familienabendessen. Die Klassenlehrerin tröstete und prophezeite uns: Wir würden alles wieder abnehmen während der Vorbereitung auf die praktische Prüfung. Das war bei mir – wie auch schon befürchtet – leider nur zum Teil so. Und wir fuhren auch noch in den Urlaub hinterher… Alles wieder drauf!!! 77,6 kg bei 161 cm Körpergröße. So nahm ich mir vor : Jetzt oder nie nach der mit 48 Jahren bestandenen Floristmeisterprüfung suchst du dir einen Abnehmkurs oder soll ich lieber sagen einen Umdenkkurs ??!!…Und nach dieser Prüfung sollte das eigentlich nicht so schwer sein. Aber ich wusste: Das wird eine Reise ins eigene Ich.

Weight Watchers schied wegen des Stils aus: „200g abgenommen – klatsch-klatsch-klatsch“. Nee, das war nicht meins.

Gott schickte mir einen Kurs in meinem Heimatort nur 5 Minuten Fußweg mit Beginn Oktober 2014. Schon die erste Woche mit Bestandaufnahme-Kalorienzählen bescherte das erste Kilo weniger. Der innere Schweinehund begegnete mir dort in Form einer lustigen von Coach Barbara kreiierten Schweinestoffpuppe. Ich habe ihn oft geohrfeigt…Schlechte Gewohnheiten sollten das süße Leben sein. Für mich war es Schokoholismus – also Sucht pur. Es ging und geht sehr langsam nach unten. Ein lehrreicher Besuch im örtlichen Supermarkt machte mich offen für Stevia statt Zucker und Sojalight statt Sahne. Das Lebe-Leichter-Buch nahm ich immer wieder zur Hand und fand das mit den 3 Tellern sehr wirkungsvoll und einfach. Barbara Kühn updatete mich sehr sachkundig in Sachen Ernährungslehre.

Ich habe bis heute täglich eine oder mehrere Hungerphasen – meist um 11.00 morgens. Da muss ich durch mit viel trinken. Wenn der Hunger ausbleibt, weiß ich dass ich gerade zunehme… Ich brauche den täglichen Gang auf die Waage.

Doch dann kam, was schon lange absehbar war: Meine Mutter starb im November – und ein unfreiwilliges Kilo weniger. Die Ablenkung durch einen solchen Trauerfall ist enorm, aber ich wollte nicht den gleichen Fehler wie damals bei S. Epilepsieerkrankung machen. Ich blieb dabei und die Gruppe fing mich auf. 4 Kilo weniger vor Weihnachten waren der Erfolg.

Die geselligen Feiertage waren erwartungsgemäß eine Breitseite auf die mühsam errungene Gewichtsabnahme. „Ihr wisst jetzt, wie es geht.“ war Barbaras Kommentar und motivierte uns damit auf ein Neues. Leider endete dieser Kurs im Januar und so wechselte ich zu Krisztis neuem Lebe-Leichter-Kurs nach Aue.

Jetzt nahm ich auch meine wöchentlichen 1000m Schwimmrunden wieder auf. Ich weiß nicht, was es ist, aber Abnehmen gelingt bei mir nur mit diesem Schwimmen. Ich genieße jetzt die wiedergewonnene Kondition und Leichtigkeit.

Dazu kommt wöchentliches Reiten. Das ist der Moment, wo ich entstresse, wo ich total abschalte, wo ich glücklich bin. Auf dem Pferd habe ich nie Hunger. Ich sehe die Welt aus einer anderen Perspektive. Ich träume oft von einer Reit-Fasten-Kur, die natürlich niemand anbietet. Meine vielen Wanderritte waren auch immer – zwar gewichtsneutral weil Bewegung und wenig bis gar kein Hunger – verbunden mit leckerem Essen.

Mittlerweile haben auch meine drei gertenschlanken, fleißigen, immer hungrigen, sportlichen Männer begriffen, dass ich mich nicht mehr ihrem Esszwang unterordne. Insbesondere Essengehen ist bei uns sehr beliebt und heißt für mich ein Kilo mehr auf der Waage. Da muss und musste ich jedesmal neu mal meinen eigenen Weg finden – sprich weniger und das Richtige Essen. Ein Gebetsanliegen….

Inzwischen kommen aber auch mit 8 Kilo weniger die ersten Komplimente. „Mama, du siehst stylish aus!“ war die Aussage meines smarten 20-jährigen Sohnes B. letzten Sonntag. Was war passiert? Mit meinem schlankeren Körper habe ich wieder Freude daran, mich schön und gepflegt zu kleiden. Im Secondhand-Laden fand ich tolle Hosen und enge Röcke in Größe 40 für diese Zwischenzeit, weil ich nicht weiß, wohin die Reise geht. Stolz konnte ich das anprobierte Hängerchen in einem meiner Lieblingsläden mit dem einstimmigen Kommentar der Verkäuferinnen:. „Das steht Ihnen gar nicht“ zurückhängen lassen. Mein Ziel ist ein schöner Traum-Badeanzug. Den gibt’s bei meinem Kursziel 68 kg – also in 1 Kilo. Mein Motto: Immer schön dran bleiben… – auch nach Ende des Kurses diese Woche. Kriszti und Barbara werde ich in bestimmten Rhythmen mit Gewichts-E-Mails beglücken, weil ich weiß, dass die beiden mit jedem Teilnehmer sehr mitfiebern. Ein dickes Danke Euch für Alles!!

Eure Ulrike