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Geschichte 31 2018-07-27T09:58:38+00:00

Tabeas Geschichte:   „trotzdem“ 

Als Kind war ich immer dünn und konnte essen so viel ich wollte. Am liebsten kletterte ich auf Bäume und über Zäune,  ständig war ich  in Bewegung. Das änderte sich um mein sechzehntes Lebensjahr. Ich realisierte, dass ich nicht mehr so frei essen konnte, wie ich es gewohnt war. Die Hosen wurden immer enger… Das war für mich damals schlimm, es machte mir Angst. Würde ich es schaffen in Maßen zu essen? Nun begann ein auf und ab, das Thema war immer präsent. Zu der Zeit lebte ich für ein Jahr in einem Mädcheninternat. Dort hatten drei meiner Mitschülerinnen massive Essstörungen. Am Rande machte ich mit, indem ich Mahlzeiten ausfallen lies oder nur sehr wenig aß. Auch überlegte ich mir ernsthaft mich nach dem Essen zu übergeben, doch fasste ich einen Entschluss, dass ich das nicht wollte…   So vergingen die Jahre und mein Gewicht schwankte immer zwischen dünn und etwas kräftiger. Das Thema war weiterhin immer im Kopf…

Ende zwanzig heiratete ich. Ein Jahr später erwarteten wir unseren ersten Sohn. In der Schwangerschaft hatte ich Zeit, war fit und lief viel durch den Wald. Die acht Kilo zu viel waren schnell wieder weg. Außerdem traf ich mich zweimal in der Woche mit unserer direkten Nachbarin für eine Stunde Pilates vor der DVD, das hatte zur Folge, dass ich recht rasch eine super Figur wieder hatte. Unser zweiter Sohn wurde eineinhalb Jahre später in unsere Umbauphase geboren. Nun hatte ich zwar weniger Sport, aber durch die anstrengende Lebensphase, waren auch hier die Kilos recht schnell wieder weg.

Nach unserem Umbau erwarteten wir voller Vorfreude unseren dritten Sohn. Einen Tag nach seiner Geburt wurde ein schwerer Herzfehler entdeckt, der operiert werden konnte. Viereinhalb Wochen bangten wir um sein Leben, bis seine Seele in meinen Armen diese Erde verließ! Nun war unser Sohn schon ganz daheim bei Gott. In all dem Schmerz war das ein echter fühlbarer Trost.

Trotzdem saß ich nun da mit 15 Kilo zu viel und einem nicht überblickbaren Tal der Trauer gegenüber… Erstmal war mir mein Gewicht total egal. Wie sollte ich nur diese Sehnsucht nach meinem Goldschatz aushalten? Ganz langsam machte ich mich auf den Weg durch das Tal der Trauer ins Leben zurück… Während dieser Zeit wurde das Wort  t r o t z d e m mir zum Lieblingswort. Trotzdem weitermachen – nicht aufgeben… In einem Buch las ich, dass trauern durch trauern besser wird. So zog ich mich zurück, wenn die beiden großen Brüder im Kindergarten waren und ließ den Gefühlen freien Lauf. Anfangs hatte ich Angst, wenn ich die Trauergefühle zulassen würde, dass ich nie mehr aufhören würde zu weinen. Doch das war nicht so. Die Trauerwelle ebbte langsam ab, ich konnte ohne Maske wieder lächeln solange, bis ich spürte die nächste Welle rollt an und ich brauchte Rückzug, sonst trage ich nur noch ein Maskengesicht und mein Lächeln ist nicht mehr echt.

In dieser Zeit fiel mir das Buch „Lebe Leichter“ in die Hände. Im Internet entdeckte ich Uli, die Online Coaching anbot. Das war genau das Richtige. So musste ich die Höhle meiner Treuer nicht verlassen. Einmal in der Woche kam ihre ansprechende und Mut machende Mail. Es tat mir gut mich mit mir und anderen Themen zu beschäftigen. Jedes Mal freute ich mich, wenn  Ulis Mail kam. Langsam gingen die Kilos wieder runter. Ich tröste mich gerne mit Essen. Hätte ich dieses „ lebe leichter“ Konzept nicht gehabt, dann hätte ich mich sicherlich oft mit Essen vollgestopft. Doch so konnte ich viel besser Maß halten, denn das Stück meiner Lieblingsschokolade durfte ich ja nach dem Essen trotzdem genießen! Immer wieder fiel ich auch aus dem System. Doch Uli ermutigte mich aufs neue, am nächsten Tag konnte ich ja wieder von vorne anfangen…

Nach dem Verlust unseres dritten Sohnes wollte ich keine Kinder mehr, in meinem Schmerz hätte ich am liebste all die Babysachen verschenkt. Doch mein Mann meinte wir heben die Sachen noch ein Jahr auf. Nach zwei Jahren kam der Wunsch tatsächlich wieder, dem Leben wieder Raum zu schenken. Wir erwarteten unser viertes Kind. Die Schwangerschaft durchlebte  ich mit mehr Ängsten und dem Wissen, dass es sein könnte, auch dieses Kind wieder ganz loslassen zu müssen.  Unsere Tochter kam gesund zur Welt- Gott sei Dank!

Meine Mutter meinte, nach dem vierten Kind, habe sie nie ihre alte Figur wieder bekommen. Ein bisschen Sorge hatte ich schon… doch im Hinterkopf den Superjoker mit „Lebe Leichter“. Würde es wieder klappen? Wieder hatte ich 15 Schwangerschafts-Kilo . Immer wieder las ich in meinen „Lebe Leichter“ Büchern. Auch hatte ich wieder zu Uli per E-Mail Kontakt. Das ermutigte mich. Jetzt fehlen mir noch drei Kilo, dann bin ich bei meinem normalen Gewicht angekommen. Ehrlich gesagt ist es immer ein kleiner Kampf dran zu bleiben, doch ich muss keine Punkte zählen oder „Pülverchen zu schlabbern“, nein ich esse ganz normal nur in einem gesunden Maaß. Genauso habe ich es mir immer gewünscht- normal zu essen und mein Stück Schoki zu genießen….

Danke Uli

und Dank dem Schöpfer des Himmels und der Erde für das Leben trotz allem Schweren